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Wie Geräusche wahrgenommen werden!

by admin last modified 2009-02-14 19:26

Ein und dieselbe Geräuschsituation kann auf zwei gleichermaßen betroffene Personen völlig unterschiedlich wirken. Während die eine Person z.B. laute Musik als anregend empfindet, fühlt sich eine andere dadurch belästigt und nimmt die Situation als strapaziös und belastend wahr. Dies ist jedoch nicht allein auf die Lautstärke zurückzuführen, da auch ein leises Geräusch bei zwei Personen eine konträre Meinung hervorrufen kann; d.h. unterschiedliche Reaktionen auf eine Geräuschsituation sind nicht alleine durch akustische Merkmale (Schalldruckpegel, Frequenz, etc.) zu erklären. Denn für den Höreindruck sind nicht nur die physikalischen Eigenschaften eines Geräusches entscheidend; auch andere subjektive Einflussgrößen, die man zunächst nicht mit Lärm in Verbindung bringt, spielen bei der Wahrnehmung von Geräuschen eine bedeutende Rolle.  
Entscheidend ist aber, dass verschiedene Personen oft nicht qualitativ unterschiedlich reagieren, sondern quantitativ. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Lärmprobleme meist erst dann auftreten, wenn unterschiedliche Erwartungen aufeinander treffen. Die aktuelle Situation eines Menschen kann somit die Reaktion auf ein bestimmtes Geräusch erheblich beeinflussen. Während das Ticken einer Uhr im Laufe des Tages kaum wahrgenommen wird, kann es beim Einschlafen nervtötend sein. Auch die individuelle oder gesellschaftliche Einstellung zur Geräuschquelle selbst bedingt die Lärmwirkungen auf einen Betroffenen, da der „Sound“ eines vorbeifahrenden Motorrads bei einem begeisterten Motorradfahrer ganz andere Gefühle auslösen wird als bei einem überzeugten Fahrradfahrer. Weiterhin wird das Verhalten der Personen gegenüber der Geräuschsituation durch das Wissen beeinflusst, ob man etwas gegen den Lärm tun kann oder nicht. Das auftretende Geräusch wird bei den Betroffenen eher zu Stressreaktionen führen, wenn diese das Gefühl haben, dem Geräusch hilflos ausgeliefert zu sein, aber auch, wenn sie der Meinung sind, dass die Geräusche vermeidbar wären.
Dies zeigt: Lärm ist nicht gleich Lärm. Nicht-akustische Einflussgrößen haben mehr oder weniger immer Auswirkungen auf die möglicherweise auftretenden Lärmwirkungen und sind deshalb für die Reaktionen von Betroffenen mitverantwortlich.
 

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